Scheinbar selbstlose Bürgerinitiativen verunglimpfen die Kirchen
Seit einiger Zeit wird das äußerst aggressiv und polemisch aufgemachte Hass-Pamphlet „Eine dämonische Sekte“ vor allem gegen die katholische Kirche, aber auch gegen die evangelischen Kirchen an viele Haushalte verteilt. Inhaltlich wird versucht, die Kirchen als blutrünstige und menschenverachtende Organisationen darzustellen, bzw. den Eindruck zu erwecken, Pfarrer und Priester seien sexuell gestörte Triebtäter und würden von der Kirche gedeckt.
An vielen Orten des Landes finden sich gleichzeitig seit einiger Zeit immer wieder großformatige Plakate mit Aufschriften wie dieser: „Regierung und Volk: Spart euch die Kirche!“ Die presserechtliche Verantwortung dafür tragen zumeist Initiativen wie „Spart euch die Kirche“ oder „Initiative Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche“ (http://www.kircheopfer.de/) oder „Freie Christen für den Christus der Bergpredigt“. Diese Initiativen erwecken den Anschein selbstlosen Engagements, tatsächlich steht aber die umstrittene und als stark konfliktträchtig geltende, sektenhafte Organisation „Universelles Leben“ (UL) dahinter.
Gegründet wurde das UL 1977 von Gabriele Wittek, der so genannten „Lehrprophetin der Jetztzeit“ als „Posaune Gottes in dieser Zeit“. Ihr sei es vorbehalten, die Gesetze Gottes zu übermitteln und auszulegen. Sie sei nach Jesus von Nazareth der größte Prophet.
Das UL stützt sich in Lehre und Praxis ausschließlich auf die neuen Offenbarungen durch Gabriele Wittek. Verbunden wird dies mit Auffassungen, die sich an die dem Christentum fremde Lehre von Reinkarnation und Karma anlehnen.
Das UL hat in den letzten Jahren keine nennenswerten Mitgliederzuwächse mehr zu verzeichnen. Deshalb scheint man einerseits mit schrillen und Hass erfüllten Aktionen wie der Plakataktion „Spart euch die Kirche“ auf sich aufmerksam machen zu wollen, andererseits konzentriert man sich auf andere Themen wie zum Beispiel den Tierschutz – wohl um neue Interessengruppen für sich zu erschließen. Jedenfalls beklagen Tierrechtsorganisationen den Versuch der „Unterwanderung der Tierrechtsszene“ durch Anhänger des UL.
Weitere Informationen erhalten sie im Referat Sekten- und Weltanschauungsfragen der Evangelischen Kirche im Rheinland: 0211/3610-252 oder –253 oder mailto:info@sektenfragen.de.
05.10.2005